GESTEINE

Gerade in der Norddeutschen Tiefebene finden sich zahlreiche unterschiedliche Gesteine, die als Geschiebe von den Gletschern der Eiszeit aus Skandinavien nach Norddeutschland transportiert worden sind und nun in Kiesgruben leicht gesammelt werden können.

Man schlägt von diesen Brocken etwa 2 cm lange, dünne Splitter ab und schleift diese auf einer nassen Glasplatte mit Hilfe feinen Schmirgelpulvers einseitig glatt. Danach kittet man diese Abschläge mit Canadabalsam auf einem Objektträger auf und schleift sie von der anderen Seite auf ca. 20 um herunter. Nach dem Einbetten in Canadabalsam untersucht man diese dann farblosen Schliffe im polarisierten Licht, wobei die einzelnen Kristalle leuchtende Interferenzfarben zeigen.

Bei einiger Übung ist es möglich, die verschiedenen gesteinsbildenden Mineralien zu bestimmen, aber Gesteinsdünnschliffe zeigen mehr: Sie lassen die Entstehungsgeschichte des Gesteines erkennen.

 
Plutonit   Plutonit Sediment

Wir geben hier nur drei besonders einfache Beispiele: Das erste und zweite Bild zeigt ein plutonisches Gestein, also ein Gestein, das aus einer flüssigen Schmelze auskristallisiert ist und daher ausschließlich aus Kristallen besteht. Das dritte Bild zeigt ein Sedimentgestein, also ein Gestein, das sich langsam aus verfestigten Meeresablagerungen gebildet hat. Deutlich erkennt man ein angeschliffenes Mikrofossil, zugleich zeigen die farbigen Körnchen zwischen den dunklen Sedimentpartikeln, wie sich nach und nach neue Mineralkristalle bilden. Noch einige hundertmillionen Jahre, und die Mikrofossilien sind verschwunden oder nur noch als sogenannte "Geisterstrukturen" erkennbar.

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